7. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 69
Geschichte des Regiments aus Trier seit der Gründung 1860 

 

Erster Weltkrieg 1914-1918

  • Einen Tag vor dem offiziellen Kriegsbeginn überschritten am 01.08.1914 gegen 18 Uhr fünf Militärfahrzeuge mit 100 Soldaten des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 unter Kommando des Leutnants Feldmann befehlsgemäß und planmäßig die Grenze zu Luxemburg und besetzten kampflos den kleinen Ort Troisvierges (Ulflingen). Dort zerstörten sie am Bahnhof strategisch wichtige Telegraphenverbindungen. Um 20 Uhr erreichte den Offizier den Befehl sich wieder auf deutsches Gebiet zurück zu ziehen. Um 5 Uhr des nächsten morgens Stand der Offizier wieder an selber Stelle. Mit diesem verfrühten Grenzübertritt begann der erste Weltkrieg.  (Quelle: Wie der Erste Weltkrieg mit einer riesengroßen Panne begann, Augsburger Allgemeine vom 16.06.2014)

Die Richtigkeit dieses Berichtes kann derzeit nicht bestätigt werden. In der Rangliste von 1914 ist kein Leutnant Feldmann im Regiment zu finden. Es könnte sich allerdings um Leutnant Beltmann von der 6. Kompanie handeln.

 

  • Als erster Unteroffizier des 8. Armee-Korps, erhielt der Euskirchener Joseph Schmitz von der 3. Kompanie des Regiments, das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Ganz Euskirchen war stolz darauf.  (Quelle: Der erste Weltkrieg in regionalen Zeitzeugnissen, Jahrbuch des Geschichtsvereins des Kreises Euskirchen, 2008, 352 ISBN: 978-3-941037-12-0)
  • Das Soldatenheim der 69er befand sich während des Weltkrieges zeitweise in Villers-Carbonell. (Quelle: Das Ehrenbuch der Rheinländer, Stuttgart, 1918)


1914 Westfront

  • 02.08.1914 - 17.08.1914: Mobilmachung und Aufmarsch.
  • 18.08.1914: Das 8. Korps setzt sich von Luxemburg aus in Bewegung Richtung Frankreich.
  • 18.08.1914 - 22.08.1914: Vormarsch durch Belgien
  • 22.08.1914 - 23.08.1914: Die 69er traten im Verfolg der Schlacht von Neufchâuteau bei Gédine-Houdremont zum erstem Mal mit den Franzosen in den Kampf, an den sich das Gefecht bei Orchimont anschloß.
  • 24.08.1914 - 29.08.1914: Schlacht an der Maas. Das Regiment überschritt am 26.08.15 in schweren Kämpfen bei Donchéry den freigemachten Weg über die Maas. Die nächsten Tage führt das Regiment nach Frenois.
  • 30.08.1914 - 05.09.1914: Verfolgung von der Maas zur Marne. Insbesondere am 31.08.1914 die blutigen Gefechte bei Neuville et Day und das Gefecht bei Souain – Die Verfolgung der dort geschlagenen Franzosen endete an der Marne.
  • 06.09.1914 - 12.09.1914: Schlacht an der Marne. Die 6-tägigen Kämpfe hefteten das Regiment an den Namen des Dorfes Blacy. Rückmarsch in die Stellung bei Pérthés, wo es sich eingrub und die Stellung ausbaute.
  • 13.09.1914 - 13.11.1914: Stellungskämpfe in der Champagne.
  • Nov. 1914: Trat das Regiment zu fliegenden Division Fuchs, mit der es zunächst nach Flandern gelangte, um vor Langemarck in schweren Kämpfen zu liegen.
  • 15.11.1914 - 05.12.1914: Schlacht an der Yser.Am 01.13 stand das Regiment am Fuße des Berges Höhe 425.
  • 5.12.1914: Das Regiment wurde herausgezogen und gelangte über Mars la Tours nach 8 Tagen Ruhe, zwischen Hartmannsweilerkopf und Wattweiler im südlichen Elsass.
  • 16.12.1914 - 23.12.1914: Kämpfe bei Sennheim.
  • 21.12.1914: Eine Patrouille des IR 69 stößt auf eine französische Patrouille auf dem Hartmannsweilerkopf. Es entwickelt sich ein Feuergefecht, bei dem die ersten Verwundeten am Hartmannsweilerkopf zu beklagen sind.
  • 25.12.1914: Eine Patrouille des IR69 unter Offz. Stellv. Graf steigt zur Jägertanne Süd auf. Es kommt dort zu einer kurzen Schießerei mit dem Feind.
  • 25.12.1914 - 30.12.1914: Schlacht bei Souain, Perthes les Hurlus und Beauséjour.
  • Das Regiment wird in die alte Stellung in der Champagne zurückgerufen wo es im Hexenkessel bei Somme-Py dem vor strebenden Feinde Halt zu gebieten gilt. In der Stellung vorwärts Tahure wurde das Regiment dreimal eingesetzt und zurückgezogen. Jeder Einsatz kostete 800 Mann Verluste.
  • 31.12.1914 - 07.01.1915: Stellungskämpfe in der Champagne.


1915 Westfront

  • 08.01.1915 - 13.01.1915: Schlacht bei Perthes les Hurlus und Beauséjour.
  • 14.01.1915 – 31.01.1915: Stellungskämpfe in der Champagne.
  • 01.02.1915 - 05.02.1915: Schlacht bei Perthes les Hurlus und Massiges.
  • 06.02.1915 - 15.02.1915: Stellungskämpfe in der Champagne.
  • 16.02.1915 - 19.02.1915: Schlacht bei Perthes les Hurlus und Beauséjour.
  • 20.02.1915 - 20.03.1915: Die Winterschlacht in der Champagne.
  • 8.03.1915: Sturm auf die Höhe 196, 2 Kilometer nördlich Les Mesnil.
  • 21.03.1915 - 31.03.1915: Stellungskämpfe in der Champagne.
  • 31.3.1915: Nach wohlverdiente Ruhe in Tucquignieux wurde das Regiment zur Lorettohöhe gerufen und lag in vorgeschobener Stellung bei Souchez.
  • 13.05.1915 - 18.06.1915: Schlacht bei La Bassée und Arras.
  • 01.07.1915 - 09.07.1915: Kämpfe an der Aisne, wo es bei Vailly, Condé und Morsain verblieb
  • 30.07.1915 - 31.12.1915: Kämpfe an der Aisne.


1916 Westfront

  • 01.01.1916 - 30.07.1916: Kämpfe an der Aisne. Dort hielt das Regiment in vernichtendem Feuer schwerster Artillerie aus. Hier bildete die Mouquet Ferme ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Regiments.
  • 01.08.1916 - 25.08.1916. Schlacht an der Somme.
  • 01.09.1916 - 06.11.1916. Kämpfe an der Aisne. Die Zeit an der Aisne bei La Ville aux Bois, Amifontaine und Menneville bedeuteten verhältnismäßige Ruhe.


1916 Ostfront

  • 16.11.16-24.4.17: Das Regiment wurde der 15. Division zugeteilt und nach Russland verlegt. Dort lag es am oberen Stochod bei Zublino den Russen gegenüber.
  • 16.11.1916 - 31.12.1916. Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod.


1917 Ostfront

  • 01.01.1917 - 24.04.1917. Stellungskämpfe am oberen Styr-Stochod.


1917 Westfront

  • 30.04.1917 - 20.05.1917. Kämpfe an den Maashöhen im Lockloudwald-Seuzey.
  • 24.05.1917 - 27.07.1917. Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne.
  • 28.05.1917 - 08.07.1917. Stellungskämpfe am Chemin des Dames.
  • Insbesondere:
  • 03.06.1917. Kämpfe am Winterberg. Der Bove-Rücken und die Unternehmungen am 03. Juni und 3. Juli bildeten dabei die Höhepunkte.
  • 03.07.1917. Kämpfe am Craonnerloch.
  • 10.07.1917 - 24.09.1917. Stellungskämpfe in Lothringen.
  • 25.09.1917 - 04.10.1917. Stellungskämpfe vor Verdun.
  • 05.10.1917 - 18.11.1917. Zur Schlacht nach Flandern verlegt. In der Gegend von Paschandale bleibt das Regiment in drei Stellungen um dem Vordringen der Engländer halt zu gebieten.
  • Großkampftage:
  • 9.10, 12.10, 22.10., 26.10 und 30.10.1917 und 6.11.1917.
  • 19.11.1917 bis 07.12.1917.. Grenzschutz an der belg.-holl. Grenze.
  • 08.12.1917 - 31.12.1917. Stellungskämpfe in Flandern im Winter 1917/18.


1918 Westfront

  • 01.01.1918 - 22.03.1918. Stellungskämpfe in Flandern im Winter 1917/18.
  • 23.03.1918 - 27.03.1918. Stellungskämpfe im Artois.
  • 28.03.1918. Große Schlacht in Frankreich.
  • 29.03.1918 - 31.03.1918. Stellungskämpfe im Artois.
  • 01.04.1918 - 06.04.1918. Große Schlacht in Frankreich.
  • 01.04.1918 - 09.06.1918. Kämpfe an der Ancre, Somme und Avre.
  • 17.04.1918 – 18.04.1918. Kämpfe um den Brückenkopf Moreuil. Das Regiment stand fest und es gelang einen Einbruch der Franzosen abzuweisen
  • 24.04.1918 – 26.04.1918. Schlacht bei Villers-Bretonneux an Luce und Avre.
  • 10.06.1918 – 01.07.1918. Zum Auffüllen der Verbände zurückgezogen. Kämpfe an der Avre und Maß.
  • 02.07.1918 – 04.07.1918. Stellungskämpfe zwischen Oise und Marne.
  • 05.07.1918 – 17.07.1918. Stellungskämpfe westl. Soissons.
  • 18.07.1918 – 25.07.1918. Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims.
  • 26.07.1918 – 03.08.1918. Die bewegl. Abwehrschlacht zwischen Marne und Besle.
  • 04.08.1918 – 16.08.1918. Stellungskämpfe zwischen Oise und Aisne.
  • 17.08.1918 – 24.08.1918. Abwehrschlacht zwischen Oise und Aisne.
  • 25.08.1918 – 30.08.1918. Aus dienstl. Anlass im Etappengebiet der 18. Armee.
  • 31.08.1918 – 25.09.1918. Stellungskämpfe vor Verdun.
  • 26.09.1918 – 11.11.1918. Abwehrschlacht in der Champagne an der Maas.
  • Insbesondere:
  • 08.10.1918 – 10.11.1918. Abwehrschlacht zwischen Maas und Beaumont.
  • 12.11.1918 – 15.11.1918. Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat.Nach dem Waffenstillstand trat das Regiment den Rückmarsch in guter Ordnung an. Am Morgen des 21. November passierte das Regiment, angeführt von seinem Kommandeur Oberst Kutzbach, seine Garnisonsstadt Trier, in der die Soldaten jubelnd empfangen wurde.
  • In Trier erhebt sich am Moselstrand ein Ehrenmal für die 3593 gefallenen Helden des Regimentes. Darüber hinaus hatte es 11000 Verwundete.